Auszug aus „Selbstbildnis im Wasserwirtschaftsamt“

 

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Ich absolvierte die üblichen Versprechungen und Unterschriften und war im Handumdrehen„Technischer Angestellter“ einer deutschen Behörde mit Ausweis, Gehalt und Rentenanspruch. Schöne Bescherung, aber ich brauchte mal wieder Geld und die Entlohnung war nicht schlecht. Man zeigte mir mein Arbeitszimmer, das ich mit zwei anderen teilen musste, die zum Glück nicht rauchten und unauffällig ihrer Arbeit nachgingen.

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Mir wiesen sie einen Fensterplatz zu, mit direkter Sicht auf eine Straßenbahnhaltestelle. Herrliche Aussichten, wenn man bedenkt, dass die anderen weiß gekalkte Wände anstarren mussten.

Das fing ja ganz gut an. Zunächst schnitt ich mit einer Schere ein großes Loch in das Dickicht der Fensterpflanzen, um einen besseren Ausblick auf das Geschehen auf der Straße zu haben. Es war Sommer und mein Dienst begann schon morgens um sieben. Um diese Zeit herrschte bereits quirliges Leben auf der Straße und an der Straßenbahnhaltestelle. Was mich besonders erfreute, waren die spärlich bekleideten Frauen. Sie gebärdeten sich beim Warten auf die Bahn völlig ungezwungen. Sie legten das letzte Make-up auf, zupften die Garderobe zurecht, balancierten ihre Brüste in den Büstenhaltern aus, drückten den Busen heraus. Einige verrenkten sich aufreizend, um unter ihrem Minirock nachzusehen, ob die Strümpfe richtig saßen.

Es war eine Wonne, wie jeder Tag für mich begann, mein Blut begann zu kochen. Aber ich war zur Untätigkeit verurteilt und mit unsichtbaren Ketten an den Schreibtisch geschmiedet. Wie sollte ich da noch einen klaren Gedanken fassen? Nur ein Eunuch oder ein Heiliger konnte in dieser Situation gelassen bleiben und ich war keiner von beiden. Arbeit unter solchen Bedingungen ist unmenschlich. Die Straßenbahnen waren längst abgefahren, jetzt balgten sich die Schulkinder auf der Straße herum. Aber in meiner Phantasie tummelten sich noch immer Mädchen, die von Stunde zu Stunde schöner wurden und mich mit zarten Gesängen von der Arbeit wegzulocken versuchten. So verging der Vormittag und es war Mittagszeit geworden. Jetzt ließ der Hunger andere Gedanken aufkommen. Außerdem gab es da noch das Grundwasser, um das ich mich kümmern sollte. Aber dazu war ja immer noch Zeit genug.
Mittlerweile brannten die Probleme unter den Nägeln, die Wasserqualität der ganzen Umgebung war im Laufe der Zeit immer schlechter geworden. Hauptverantwortlich dafür war die Landwirtschaft mit ihren Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Zahlreiche Untersuchungsausschüsse hatten bisher außer schönen Worten und vielen Erklärungen nichts Neues hervorgebracht. Zu jedem Verbesserungsvorschlag wurde die doppelte Anzahl schwerer Bedenken geäußert. Ein Mitarbeiter erhielt deshalb den Ehrentitel „Oberbedenken-Rat“. Mit Sicherheit hatte er auch anlässlich seiner Geburt „schwerste Bedenken“ geäußert und auch sein rascher, von mir in die Wege geleiteter Tod wäre nur unter schweren Bedenken zu rechtfertigen gewesen…

 

Auszug aus dem Kinderbuch
„Die grüne Ameise“

Ameisen, grüne Ameisen! – Wo gibts denn sowas?
Nirgends!
Doch hier im Kinderbuch von Magnus P. Kuhn und Margarita Fuhl-Mengele.
Hier passiert so allerhand und es erscheint sogar ein Ameisenbär.
Aber lesen und vorlesen muß man es schon selber.

 

Bild 1:

Die grüne Ameise ging zwar wie die anderen Ameisen ihrer Arbeit am Waldboden nach, war dabei aber immer alleine und deshalb sehr traurig.

Bild 2:

Eines Tages kam ein Ameisenbär durch den Wald gelaufen. Der hatte einen langen Rüssel und seine Lieblingsspeise waren frische Ameisen.